8. bis 11. Januar 2026
SVSE Langlaufcamp. Manche Leserinnen und Leser sehen da wohl vor dem inneren Auge ein paar asketische Sportgestalten über die Loipen keuchen. Und dann erst das Wort Camp - tönt wie Boot-Camp!
Richtig oder falsch? Die Antwort erfährt ihr im nachfolgenden Bericht von David Trachsler (ESC Soldanella).
Sportliches
Es geht ums Langlaufen, logisch. In den 4 Tagen kommen alle Teilnehmenden in den Genuss von Langlauf-Unterricht. Angeboten werden Gruppen für klassischen Langlauf und Skating. Eingeteilt wird in Stärkeklassen, je nach Fortschritt in der Langlauftechnik und persönlicher Kondition. Es gibt Einsteiger-Klassen in beiden Techniken. Die stärksten Gruppen sind durchaus ambitioniert unterwegs und spulen so um die 30 Kilometer pro Tag ab. Unterwegs in der Gruppe ist man von ca. 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr. Die Leiter sind zum grössten Teil Eisenbahner, selbst passionierte Langläufer mit didaktischen Fähigkeiten.
Die Auffrischung der Langlauf-Technik kommt für mich jeweils genau zum richtigen Zeitpunkt, die Wintersaison ist noch jung und mit den Inputs aus dem Camp läuft es sich für den Rest der Saison einfach besser. Bei mir sind diese Tage jeweils auch ein Test der persönlichen Fitness, welcher dieses Jahr etwas ernüchternd ausfiel. Man sagt ja, gute Langläufer werden im Sommer gemacht. Dafür ist es für diese Saison leider zu spät, aber wenigstens ein Ansporn, auch im Alltag wieder mehr Sport zu machen.
Soziales
Angemeldet sind jeweils gegen 100 Personen, dazu kommen rund 10 Leiter. Ein bunter Mix aus langjährigen Teilnehmenden und neuen Gesichtern. Gut die Hälfte hat einen Eisenbahner-Hintergrund, das ist aber längst nicht mehr Voraussetzung.
Durch den Gruppenunterricht ist man rasch mit ein paar Leuten vertraut, man kehrt zusammen zum Kaffee ein, isst zusammen über Mittag. Frühstück und Abendessen gibts im Hotel für alle zusammen.
Persönlich schätze ich die Begegnungen im Camp sehr. Die Atmosphäre ist offen, jeder ist willkommen und Freundschaften sind schnell geschlossen. Viele kommen immer wieder.
In Davos lag unser Hotel praktisch neben der Eishockeyhalle und mit ein paar Interessierten ergatterten wir für Freitagabend Tickets fürs Spiel HC Davos - HC Lausanne, welches der HCD souverän 5:1 für sich entschied. Daneben war am Abend die Hotelbar der richtige Ort, um die Gespräche weiterzuführen, ein paar Anekdoten vom Tag loszuwerden oder mit den gelaufenen Kilometern hochzustapeln.
Am Abschlussabend sorgte dieses Jahr DJ Adi für Stimmung, einige schwangen engagiert das Tanzbein.
Fazit
Einmal mehr war für mich das Langlauf-Camp eine rundum gelungene Sache. Asketisches Boot-Camp? Nun, mein Puls bewegte sich mehrmals ausserhalb des Komfortbereichs, währenddessen ich meinen Formstand verfluchte. Aber asketisch war das Camp auf keinen Fall. Das Unterwegssein auf den Loipen in der verschneiten Davoser Winterlandschaft war einfach super. Und auch alles neben der Loipe, die vielen guten Begegnungen, waren für mich auftanken pur. Ich kann es jedem empfehlen, das SVSE Langlauf Camp kennenzulernen - nächste Gelegenheit im Januar 2027.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an jene, welche solche Erlebnisse möglich machen.


Bericht: David Trachsler
Bilder: Irene Reinstadler