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4-Tages Radtour 22.-25. Juni 2026

Rasante Fahrt entlang dem Brienzersee

Perfekte Bedingungen & traumhafte landschaftliche Kulissen

Während gut 30 Jahren organisierte Kurt Jossi als Leiter TK Rad eine mehrtägige Biketour. Sein Nachfolger Oliver Imfeld hatte die Ambition, neben den bewährten Biketagen ein ähnliches Erlebnis den «Gümelern» zu ermöglichen. Das Konzept mit der begleiteten Radtour fand erfreulichen Anklang und so fanden die ersten SVSE-Rennradtage vom 22. bis 25. Juni 2026 statt. 

Der Start wurde bei der SBB-Zentrale in Bern Wankdorf gewählt. Für motivierende Begrüssungsworte und den symbolischen Startschuss konnte dabei ein prominentes SBB-Kadermitglied gewonnen werden. Im spannenden Teilnehmerbericht wird aufgelöst, wer dies war sowie welche Etappen anstanden und welche Highlights und Eindrücke dabei gesammelt wurden…..

Teilnehmerbericht von Riccardo Gantenbein, Radobmann ESC Soldanella

Bilder folgen....

Etappe 1, Bern Wankdorf – Innertkirchen, 117 km / 1630 hm

Die Wetterprognosen hätten nicht besser sein können. Und so trafen sich am Montagmorgen, 22. Juni 2026, 8 motivierte «Eisenbähnler» zwischen 31 und 71 Jahren sowie unser Chauffeur Kurt beim Hauptsitz der SBB in Bern Wankdorf. Dort wurden wir von Adi Bucher, Leiter HR bei den SBB, und seiner Assistentin freundlich begrüsst. Adi gab uns mit einer kleinen Rede den nötigen Schwung für die erste Etappe. Als wir alle unseren Kaffee ausgetrunken und das Gepäck in den Bus von unserem Begleiter Kurt Jossi geladen hatten, klickten wir uns in die Pedalen - die Reise ging los.

In den zwei Gruppen der beiden Leitenden Oliver und Michèle radelten wir in Richtung Thun, wo Kurt für eine erste Verpflegungspause auf uns warten würde. Bereits auf den ersten 50 Kilometern waren die hohen Temperaturen spürbar, weswegen wir lieber stets in Bewegung blieben und so den kühlenden Fahrtwind dankbar annahmen. Beim Lunch-Stopp nach zwei Stunden kurz nach Thun sprangen wir freudig in den Velokleidern in den See. Abgekühlt und frisch betankt mit Sandwich und Cola wagten wir uns an den Anstieg nach Sigriswil und Beatenberg, ehe es nach einer rasanten Abfahrt in Interlaken eine zweite Abkühlung in der Aare gab. Hier klinkten sich Björn und Beni aus, sie «buchten» nur einen Tag. Für die letzten 30 Kilometer nutzten wir idealen Rückenwind dem Brienzersee entlang, hielten in Unterbach an einem «Bahnübergang» an, der anstatt von einem Zug von zwei FA18 überquert wurde, und kamen schliesslich in Innertkirchen an. So durften wir gemeinsam mit einem kühlen Getränk auf dem ersten Tag anstossen, ehe es eine grosse Portion Teigwaren im Restaurant gab und der nächste Tag besprochen wurde. Um 21h00 stiess Phillipp zu uns, vom nahen Depot Luzern schaffte er es noch rechtzeitig fürs abschliessende Bier über den Brünig nach Innertkirchen.

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SVSE-Radgruppe beim Start in Bern Wankdorf mit Leiter HR Adi Bucher (ganz rechts)

 

Etappe 2, Innertkirchen – Brig, 135 km / 3250 hm

Frühmorgens um 6 Uhr (vor allem für die Lokführer, welche sich Spätdienst gewohnt sind) gab es im Hotel ein ausgezeichnetes Frühstück. Dieses war auch nötig, schliesslich stand bereits die Königsetappe an: Susten-Schöllenen und Furka-Pass! Der 71-Jährige Bernhard entschied sich aus «Energiegründen» für die «Abkürzung» über den Grimselpass und Roger wählte aus «ästhetischen Gründen» die Variante Grimselpass-Furka. Angenehm kühl war es, als wir uns den Susten hochkämpften. Also auf jeden Fall, bis die Sonne hinter unseren wunderbaren Schweizer Bergen auftauchte und es sich wieder eher wie ein Umluftbackofen anfühlte. Zum Glück schenkte uns Kurt wieder kühle Getränke ein, als wir auf der Susten-Passhöhe ankamen. Und so ging es nach einer rasanten Abfahrt via Göschenen – wo Roman dazu stiess, der sich für die Tage 2 und 3 anmeldete – die Schöllenen hoch bis zum nächsten «Verpflegungshalt» vor Realp  und schliesslich den Furka hoch und auf der anderen Seite runter ins noch wärmere Wallis. In Gletsch war die ganze Gruppe wieder vereint und Kurt wartete mit frischen selbstgemachten Sandwiches. Leider passierte genau dort auch der erste (und einzige) Defekt unserer Tour. Denn als wir das obligatorische Passfoto auf dem Furka machten, kippte mein Velo um und das Schaltauge hatte sich verbogen. Glücklicherweise schaltete ich erst wieder in Gletsch und bemerkte da mein Malheur. Also ging es für mich im Büssli weiter zum nächsten Veloladen und für die anderen zum Geschinersee zur Abkühlung. Glücklicherweise wurde mein Velo (und damit meine Weiterfahrt) von einer netten Velomechanikerin in Oberwald gerettet und im Nu war ich wieder fahrbereit. Und sprintete der Rhone entlang den anderen nach, um auch noch kurz ins Wasser zu stehen und eine Glace zu geniessen. Die restlichen 30 Kilometer zergingen dann wie Eis auf der Zunge: angenehmer Fahrtwind und hauptsächlich Gefälle. Bevor wir dann auf den Zug von Brig nach Domodossola springen würden, tranken wir ein kühles Bier und schwärmten von unseren Alpenpässen, die wir geniessen dürfen. Hier verabschiedete sich Roger leicht wehmütig von uns, er war leider nur die Tage 1 und 2 dabei.

Nach der Ankunft in Domodossola und leckerer Pizza zum Znacht durfte natürlich ein Besuch in einer Gelateria nicht fehlen. Und so gingen wir alle erschöpft, aber gesättigt und zufrieden ins Bett.

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Aufstieg zum Susten - mit einem Lächeln im Gesicht

Etappe 3, Domodossola – Brig, 112 km / 2450 hm

Der zweite Bergtag stand an und für dessen Vorbereitung war das Frühstück eines italienischen Hotels natürlich eine hervorragende Option. Damit der Tag aber nicht zu leicht wurde, hatten Oliver und Michèle noch eine schöne Zusatzschlaufe geplant, wie wir es uns von den grossen Profi-Rundfahrten (als Zuschauende) gewohnt sind. So konnte uns Kurt nach gut zwei Stunden nochmals mit frischen Getränken versorgen, bevor wir in den laaaaangen Anstieg zum Simplon stachen. Nicht nur brennte heute die Sonne einmal mehr extrem vom Himmel, sondern wir spürten alle natürlich auch die Höhenmeter der letzten Tage langsam in den Beinen. Trotzdem kämpften wir uns bis nach Simplon Dorf hoch und genossen dort im Chrummbach eine kurze Abkühlung und ein weiteres Mal hausgemachte Sandwiches von Kurt. Schliesslich nahmen wir die letzten Höhenmeter auf uns und kamen alle happy auf der Passhöhe an. Jetzt durften wir eine wunderbare (wenn nicht fast DIE wunderbarste) Abfahrt hinunter nach Brig geniessen, wo unsere Etappe beim Haus Schönstatt (Gasthaus im Frauenkloster) endete und wir auf drei erfolgreiche Velotage anstossen durften. Vor dem Nachtessen verabschiedete sich Roman bereits wieder, der feine «Kletterer» hatte isch (bewusst?) nur für die beiden Bergetappen angemeldet. Den «Znacht» hatten wir uns bestellt und in den idyllischen Garten liefern lassen. So darfs sein!

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Im (Rad)-Zügli neben dem (SBB)-Zügli durchs Unterwallis

Etappe 4, Brig – Vevey, 140 km / 450 hm

Und da wachten sie am Morgen auf und waren nach dem Zmorge nur noch zu fünft auf dem Velo: Die erwähnten beiden Leitenden, Nicolas, Philipp und ich. Der tapfere Kämpfer Bernhard entschied sich nach den drei «Hitzetagen» auf die letzte Etappe zu verzichten, ein vernünftiger Entscheid nach solchen Strapazen im Alter von 71 Jahren – Chapeau! Es war der letzte Tag und es wäre eine Lüge, wenn wir behaupten würden, dass wir von den Bergen genug hatten. Allerdings waren wir (oder ich) nicht sehr traurig, dass die heutige Fahrt doch etwas zügiger und flacher werden würde. Von Brig aus rollten wir der Rhone entlang. Zwischen Bäumen und der frischen Flussluft fühlten sich die Temperaturen deutlich angenehmer an als auf den Passstrassen. Dafür hatten wir es etwas umständlicher mit der Wegfindung, weil die Radwege plötzlich in Absperrungen für Baustellen endeten. Trotzdem erreichten wir nach erneut sensationellen «Kurz-Sandwiches» den UCI-Hauptsitz in Aigle und schossen dort ein weiteres Erinnerungsfoto, ehe es weiter nach Villeneuve ging, um dort ein letztes Mal ins Wasser zu springen und die Aussicht am Genfersee und auf das Château de Chillon zu geniessen. Die letzten Kilometer nach Vevey waren dann zum Revue-Passieren der letzten Tage super und so kamen wir nach insgesamt 500 Kilometern und 8’000 Höhenmetern zufrieden am Ziel an. Dort stiessen wir auf unsere Leistung an und reisten dann individuell mit dem Zug zurück, die einen nach Olten, die andern nach Zürich und Luzern.

Der Dank für diese tollen Velotage gehen an Oliver und Michèle für die 1A-Organisation, den Lead und die motivierenden Worte, wenns am Anstieg fast nicht mehr ging. Sowie natürlich an Kurt und sein VW-Büssli für die unzähligen Liter Wasser, Schorle und Cola, die wir in den vier Tagen tranken und die ausgezeichneten selber gemachten Sandwiches! 

Wer auch so tolle Tage erleben will, schreibt sich die Radtage 2027 am besten frühzeitig in den Kalender. 

Sportliche Grüsse

Riccardo Gantenbein

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Michèle, Philipp, Oliver, Riccardo und Nicolas vor dem UCI-Velodrome

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