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Volleyball - USIC Volleyball Weltmeisterschaft in Schwerin 2024

21. Oktober 2024

2019 in Bulgarien erlebte die Schweizer Mannschaft bei der USIC ein spannendes Turnier und schloss mit einem knappen 4. Platz ab. Aufgrund von Covid-19 und verschiedenen finanziellen Widrigkeiten wurde die USIC 2023 um ein Jahr verschoben. 

Doch nicht alles war trübe: 2023 gewann die Schweiz ein 4-Länder-Turnier in Schwerin – ein kleiner Lichtblick!

Tag 1

Montag, der 21. Oktober 2024, in Schwerin. Die Schweizer Volleyball-Nationalmannschaft trifft am Hauptbahnhof ein. Die Reise führte am Sonntag bereits nach Frankfurt, wo die Spieler beim marokkanischen Abendessen erste „erste Male“ erlebten – unter anderem die Vorfreude auf die USIC. Im Zug wurde viel geplaudert über die heimische Meisterschaft und Neuigkeiten aus dem Arbeitsalltag. Die Aufregung war spürbar, und selbst gestandene Spieler wie Dave waren aufgeregt wie kleine Kinder vor Weihnachten.

Die Weiterfahrt nach Schwerin verläuft reibungslos, und im Hotel Intercity, gleich beim Bahnhof, wird eingecheckt. Die Spieler nutzen die Zeit vor der Eröffnungsfeier, um die Umgebung zu erkunden. Die WM-Halle ist in wenigen Minuten fussläufig erreichbar und wird zum Schauplatz der offiziellen Eröffnung, wo sich die Spreu vom Weizen, oder besser gesagt, der Trainingsanzug vom Anzug trennt. Die indische Nationalmannschaft sticht nicht nur durch ihre schicke Kleidung hervor, sondern auch durch beeindruckende Athletik und eine Durchschnittsgrösse, die die Schweizer fast zum Staunen bringt.

Nach einleitenden Worten vom deutschen OK und dem französischen USIC-Präsidenten wird die Weltmeisterschaft 2024 offiziell eröffnet. Hopp Schwiiz! Nach einem deftigen Abendessen findet das technische Meeting und die Gruppenauslosung statt: Die Schweiz landet in Gruppe A, zusammen mit dem Gastgeber Deutschland und Frankreich. Das wird eine Herausforderung, das steht fest!

Tag 2

Heute steht Volleyball im Mittelpunkt. Der Spielmodus sieht vor, dass die besten zwei Teams aus den Gruppen ins Halbfinale einziehen, während die Letztplatzierten nur noch um die Plätze 5 und 6 kämpfen. Die Gruppenlosung mit Deutschland und Frankreich ist nicht gerade ein Zuckerschlecken, und dazu haben wir auch noch beide Gruppenspiele am selben Tag.

Im Eröffnungsspiel gegen Deutschland, die mit einem mehrfachen Deutschen Meister und einem ehemaligen Nationalspieler auf der Mittelposition antreten, herrscht ein gewisser Respekt. Pünktlich um 10:00 Uhr geht es los. Der erste Satz wird fast verschlafen, doch die Schweizer fangen sich und kommen langsam ins Spiel. Trotzdem retten sich die Deutschen mit einem knappen Satzgewinn ins Ziel.

Mit einer „Da liegt was drin“-Einstellung starten wir in den zweiten Satz. Beide Teams schenken sich nichts, und die Spannung steigt. Wir führen 23:20, aber dann erleben wir unser schwächstes Volleyball und die Deutschen machen eine 5-Punkte-Serie. Wieder ziehen sie davon und gewinnen auch den 2. Satz. Im dritten Satz sind wir lange das bessere Team, aber erneut bringt uns eine Serie aus dem Gleichgewicht. Deutschland sichert sich den 3:0-Sieg.

Um 15:00 Uhr wartet das Spiel gegen Frankreich. Die Motivation ist hoch, und wir starten druckvoll ins Spiel und gewinnen den ersten Satz klar! Die nächsten beiden Sätze sind extrem knapp, doch wir behalten einen kühlen Kopf und sichern uns mit cleveren Aktionen die Sätze 2 und 3. Sieg!

In der anderen Gruppe ziehen sowohl Indien als auch Tschechien mit klaren 3:0-Siegen in die nächste Runde ein. Ein kleiner Funfact: Pünktlichkeit wird nicht überall gleich ernst genommen – die Anspielzeit für den Turnierfavoriten Indien wurde kurzerhand um 15 Minuten nach hinten verschoben. Die Verspätung wird jedoch im Spielverlauf anstandslos aufgeholt. Wir sind erschöpft, aber glücklich und hoffen, dass unsere heutige Leistung für das Halbfinale reicht!

Tag 3

Heute steht kein Match auf dem Programm, was eine willkommene Erholung ist. Wir schlafen aus – naja, nicht allzu lange, denn um 10 Uhr geht es in die Halle, um die letzten Gruppenspiele zu verfolgen. Deutschland sichert sich den ersten Platz in unserer Gruppe, und wir belegen den 2. Platz, während Frankreich auf dem dritten Platz landet. In Gruppe B setzen sich Indien und Tschechien klar durch. Das bedeutet: Im Halbfinale treffen wir auf Indien!

Nach den Spielen zieht es die Mehrheit der Gruppe in die nahegelegene Hansestadt Wismar, um ein wenig Kultur zu schnuppern. Bei einem Stadtrundgang gibt es Fischbrötchen direkt vom Kutter. Eigentlich wollten wir auch eine Schifffahrt zur Insel Poel machen, aber die Fahrpläne entpuppen sich als Phantom. Stattdessen geht es mit dem Bus zum Strand von Timmendorf. Einige wagen sich sogar in die kühle Ostsee – die Mutigsten in Speedos!

Zurück in Wismar lassen wir den Abend gemütlich bei einem gemeinsamen Nachtessen im Restaurant an der Wasserkunst ausklingen. Morgen heisst es wieder volle Konzentration – das Halbfinale wartet!

Tag 4

Obwohl Indien die Nummer 1 an der USIC ist, hat Pädi ein paar Überraschungen parat. Heute steht das Halbfinale gegen den amtierenden Weltmeister Indien an. Auf dem Weg dorthin wird mit Galgenhumor auf die bevorstehende „Schlacht“ angestossen. Und siehe da, die Schweiz führt sogar kurz 5:4 – ein Moment für die Fotogalerie!

Aber schon bald zeigt Indien, warum sie Weltmeister sind. Während der erste Satz nicht ganz nach Plan läuft, können wir im dritten Satz einige Punkte sammeln und Nervosität auf der gegnerischen Seite erzeugen. Letztlich verlieren wir zwar knapp mit 21:25, aber wir blicken auf einen gelungenen Schlusssatz zurück.

Der Nachmittag ist frei, und einige entspannen in der Mailbox oder im Märchenschloss von Schwerin. Später geht es ins Scotsman, wo die Dartswettkämpfe neu lanciert werden. Dort stellt Pädi beim Spielmodus Cricket klar, dass das Scotsman sein Wohnzimmer ist. Wer jetzt denkt, wir wenden uns vom Volleyball ab: Auf keinen Fall! Denn im nächsten Spiel gegen Tschechien wollen wir die erste Medaille an einer USIC-Weltmeisterschaft im Volleyball holen. Drückt uns die Daumen, allez Suisse!

Tag 5

Top motiviert und mit besten Aussichten auf Edelmetall starten die Eidgenossen in den Tag. Das Spiel um Platz 3 gegen Tschechien verspricht spannend zu werden. Doch es wird das einzige Spiel der WM, das nicht 3:0 endet – leider endet es 3:1 für Tschechien. Die Schweizer verzweifeln an der stabilen Annahme und der hervorragenden Defense der erfahrenen Tschechen. Damit beenden wir das Turnier zum vierten Mal hintereinander auf dem undankbaren 4. Platz.

Im Finale dominieren die indischen Volleyball-Profis das deutsche Team über drei Sätze und gewinnen ihren dritten Titel in Folge. Die Siegerehrung und Abschlussfeier finden im Mecklenburger Eisenbahnmuseum statt – eine perfekte Kulisse! Nach dem offiziellen Teil gibt es Einblicke in die indischen Tänze à la Bollywood.

Am Folgetag sitzen wir in einer Ersatzkomposition und fahren zwei Minuten zu früh (!) in Schwerin ab. Hoffentlich verläuft die Rückreise nicht wie beim 4-Länder-Turnier im letzten Jahr. So viel Spannung brauchen wir nicht mehr!

Wir blicken auf ein tolles und gut organisiertes Turnier zurück. Auf und neben dem Feld hat es uns an nichts gefehlt – merci Mike und Kybi! Was für Highlights noch auf uns warten, erfahrt ihr im nächsten Bericht. Die SVSE-Auswahl reist im Mai/Juni 2025 nach Luxemburg, um den Titel des 4-Länderturniers zu verteidigen.